Stromsparen auf der Straße: Die Schlüsselrolle des Fahrverhaltens in der Batteriealterung von Elektroautos

AVILOO Battery Diagnostics hat eine umfassende Studie zum Einfluss des Fahrerverhaltens auf die Batteriealterung von Elektrofahrzeugen durchgeführt, um zur Transparenz im Bereich Elektromobilität beizutragen.

AVILOO

Die Analyse, dargestellt in Grafik Nr. 1, umfasste 402 Fahrzeuge derselben Fahrzeugtype, deren Energieverbrauch in kWh pro 100 km gemessen wurde. Die Ergebnisse enthüllten signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Nutzerverhalten und zeigten, dass der Energieverbrauch in drei Kategorien unterteilt werden kann:

  1. Moderates Fahrerverhalten (grüne Kategorie in Grafik 1): Gekennzeichnet durch sparsames, vorausschauendes Fahren, sorgfältige Batteriepflege, niedrige Ladezyklen (z. B. Vorkonditionieren an der Steckdose), meist städtische Fahrten mit geringer Autobahnnutzung und sparsamer Einsatz der Klimaanlage und Heizung.
  2. „Bleifuß“-Fahren (rote Kategorie in Grafik 1): Dieses Fahrverhalten zeichnet sich durch nervöses Fahren, vorwiegend auf der Autobahn oder hügeligem Gelände, aus. Es beinhaltet häufige Rekuperation, intensives Vorheizen und Vorkonditionieren (insbesondere ohne an der Steckdose angeschlossen zu sein) sowie intensives Heizen und Klimatisieren.
  3. Mittlere Kategorie (gelbe Kategorie in Grafik 1): Keine Extremwerte.

Im Durchschnitt verbrauchen sparsame Nutzer 16–18 kWh/100 km, während konsumfreudige Nutzer fast das Doppelte verbrauchen (Grafik 1).

Bei größeren Fahrzeugen hat das Fahrverhalten denselben Effekt, nur dass der Gesamtverbrauch höher ausfällt. Grafik Nr. 2 zeigt einen anderen Fahrzeugtyp mit einer unterschiedlichen Fahrzeugarchitektur (größer, schwerer, ineffizienteres Antriebssystem), bei dem der Verbrauch im Mittel sogar um ca. 9 kWh/100 km das erste Fahrzeug übersteigt.

Auch weitere Faktoren, wie die Nutzung von Klimaanlage und Heizung, haben erheblichen Einfluss auf den Energieverbrauch. Ein repräsentatives Beispiel dafür ist ein Fahrzeug mit 600.000 km, das einen lebenslangen Verbrauch von 30,8 kWh/100 km aufwies, während ein vergleichbares Fahrzeug aus der AVILOO-Flotte lediglich 27,8 kWh/100 km verbrauchte. Nach einer eingehenden Kommunikation mit dem Kunden konnte bestätigt werden, dass entscheidende Einflussfaktoren das fortwährende Vorkonditionieren des Fahrzeugs ohne Anschluss an die Steckdose, ein erheblicher Autobahnanteil von 80% sowie eine besonders aggressive und nervöse Fahrweise waren.

"Nur durch einfaches Fahrerverhalten erreicht man eine 10%-ige Verringerung des Verbrauchs, was nicht nur zu erheblichen Energieeinsparungen über die Lebensdauer führt, sondern auch dazu, dass 100.000 km in einem Auto vergleichbar sind mit 110.000 km in einem anderen", betont Nikolaus Mayerhofer, AVILOO CTO, und setzt fort: „Wenn vorkonditioniert wird, dann immer mit angeschlossenem Ladekabel. Auf diese Weise lassen sich im Winter viele Ladezyklen einsparen, insbesondere bei Kurzstreckenbetrieb, und zwar um bis zu 20–30%. Durch vorausschauendes Fahren vermeidet man oftmaliges und starkes Rekuperieren, trägt dadurch zur Reduktion von Ladezyklen bei und kann Einsparungen von bis zu 5% erzielen.“

Ein höherer Energieverbrauch bedeutet nicht nur höhere Stromkosten, sondern auch mehr Zyklen für die Batterien, was zu einer schnelleren Alterung führt. Die Studie wird mit weiteren Fahrzeugtests unter besonderen Bedingungen fortgesetzt, um beispielsweise die Auswirkungen zusätzlicher Beladung (Fahrräder, Dach-Box) oder die Nutzung von Klimaanlagen und Heizungen zu untersuchen.

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